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Pfuschen in der Promotion

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Kommt halt nicht so wirklich rational oder überzeugend rüber, wenn man in mehreren Topics "Jede Art von Gewalt ist kategorisch abzulehnen und zu bestrafen" proklamiert und hier dann "Aber in den Fällen meines persönlichen Geschmacks drück ich gerne zwei Augen zu" von sich gibt.

Da hilft dann auch rausreden à la "Hab ich doch gar nicht gesagt! Unschuldsvermutung!" nicht, weil der Tenor unmissverständlich klar war.
kognitive dissonanz betrifft uns alle. die einen mehr, die anderen weniger.
 
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gabs dazu nen thread?
hier ein artikel von 2019: giffey sagt, sie trete zurück, falls ihr der titel entzogen wird.
https://www.tagesschau.de/inland/giffey-doktortitel-101.html

2020
giffey verzichtet auf das führen des titels. der Promotionsausschuss setzt ein neues prüfungsgremiun ein. (ausgang diesmal abesehbar?!). giffey schließt im vorfeld weitere konsequenzen für sich aus.

https://www.faz.net/aktuell/politik...och-einmal-giffeys-dissertation-17059510.html

was erlauben? fragen!!!

Hat ihr Mann in der Zwischenzeit nicht seine Arbeit verloren? Ggf. hängt die Familienkasse an ihrem Amt.
 
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Hat ihr Mann in der Zwischenzeit nicht seine Arbeit verloren? Ggf. hängt die Familienkasse an ihrem Amt.

der ist afaik ist der wegen betrugs verurteilt worden und hat seinen beamtenstatus verloren.

edit by mod... muss das sein?
 
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parats'

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Mal sehen ob sie auch für den Guttenberg-move dreist genug ist und die Uni im Falle einer Aberkennung noch dafür lobt ihrer Einschätzung zu folgen, dass ihr da halt ein paar Fehlerchen passiert sind. :deliver:


Was anderes: Polen und Ungarn haben ja den Entwurf für den EU-Haushalt blockiert: https://orf.at/stories/3190387/

Welchen konkreten Hebel glauben unsere beiden Rechtsaußen-Speckbacken Orban und Kaczynski eigentlich zu haben? Wissen die, dass sie selbst die größten Nettoempfänger sind? Haben die mitbekommen, dass potentiellen Problemfällen innerhalb der Eurozone auch mit anderen Instrumenten geholfen werden kann?

Meine Position: schreien lassen. Insbesondere Ungarn sind EU-Mittel konsequent zu streichen.
 
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Besteht denn die Gefahr, dass sie ihren Titel verliert? Nach meinen letzten Info's waren die Mängel nicht derart gravierend, als dass das je wirklich zur Debatte stand?
 
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Meine Position: schreien lassen. Insbesondere Ungarn sind EU-Mittel konsequent zu streichen.
Also nicht das ich da was gegen hätte...aber geht das wirklich so einfach? Kann man komplett ohne Ungarn/Polen einen neuen Haushalt beschließen, wo man die (mehr oder weniger) außen vor lässt?

Ich würd nämlich leider vermuten, dass das recht schwierig sein dürfte.
 
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Besteht denn die Gefahr, dass sie ihren Titel verliert? Nach meinen letzten Info's waren die Mängel nicht derart gravierend, als dass das je wirklich zur Debatte stand?

Sie hatte eine Rüge für ihre Fehler in der Doktorarbeit erhalten nach der ersten Prüfung. Aufgerollt wird das Verfahren, weil die Mängel für eine Rüge+weiter geht's zu gravierend waren (formaler Verstoß mit dieser Vorgehensweise). Ob jetzt konkrete Verlustgefahr besteht vermag ich nicht zu sagen, aber da muss schon einiges im Argen gelegen haben.
 
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Also nicht das ich da was gegen hätte...aber geht das wirklich so einfach? Kann man komplett ohne Ungarn/Polen einen neuen Haushalt beschließen, wo man die (mehr oder weniger) außen vor lässt?

Ich würd nämlich leider vermuten, dass das recht schwierig sein dürfte.

Ohne deren Zustimmung kann gar kein Haushalt beschlossen werden. Dann gilt mWn der alte weiter. Aber mit was will man als Nettoempfänger drohen?
 
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Naja sie können doch einfach damit drohen nie wieder einem neuen Haushalt zuzustimmen, ist natürlich die Variante patziges Kind. Aber ich glaube eher nicht, dass das die Regierungen in den Ländern interessiert. Denen würde ich zutrauen lieber den Rest mit runterzuziehen als nachzugeben.
Wenn dann ein alter Haushalt gilt kriegen sie ja weiter Geld.
 
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Sie hatte eine Rüge für ihre Fehler in der Doktorarbeit erhalten nach der ersten Prüfung. Aufgerollt wird das Verfahren, weil die Mängel für eine Rüge+weiter geht's zu gravierend waren (formaler Verstoß mit dieser Vorgehensweise). Ob jetzt konkrete Verlustgefahr besteht vermag ich nicht zu sagen, aber da muss schon einiges im Argen gelegen haben.

Das Mittel der Rüge gibt es doch m.W.n. nicht, weswegen die Handhabung bisher schlicht falsch war. So mein Stand.
 
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Sicher hat das auch Nachteile für Polen/Ungarn, nur gelten diese Nachteile halt für die ganze EU. Dann geht die Frage mit dem Hebel in die andere Richtung, wie lange möchte die gesamte EU das aussitzen, anstatt den Kram in Polen/Ungarn hinzunehmen?

Denn aus Sicht von Polen/Ungarn ist die Wahl ja doch recht leicht, wenn Option A ist jetzt sofort und in Zukunft nen Batzen weniger kriegen oder Option B die Höhe der Gelder für sich und den Rest der EU einzufrieren.

Da wäre die einzige Hoffnung, dass es irgendwo einen Paragraphen gibt nach dem Motto "wenn bis Stichtag x kein neuer Haushalt beschlossen ist, reichen geringere Mehrheiten", aber ich vermute mal nicht, dass sich hier jemand mit den tiefsten Tiefen des EU-Rechts auskennt.
 
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Naja sie können doch einfach damit drohen nie wieder einem neuen Haushalt zuzustimmen, ist natürlich die Variante patziges Kind. Aber ich glaube eher nicht, dass das die Regierungen in den Ländern interessiert. Denen würde ich zutrauen lieber den Rest mit runterzuziehen als nachzugeben.
Wenn dann ein alter Haushalt gilt kriegen sie ja weiter Geld.

Wenn ich das richtig verstanden habe wollen Polgarn damit ja den "rechtstaatlichkeits mechanismus" zum kippen bringen. Um den zu beschließen reicht aber auch ne qualifizierte mehrheit. Wenn man den dann also erst mal beschlossen hat, hat man tatsächlich einige mittel in der hand um gerade bei den beiden finanziellen druck auszuüben. Das wissen die auch, deswegen ist das mehr oder weniger ein hail mary um das noch zu verhindern.

Hart bleiben, rechtsstaatlichkeitsdingens durchdrücken und dann druck machen. So wird's im endefekt laufen. Auch wenn das immer so rüber kommt, die EU ist dann doch kein Karnevalsverein.
 
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Sie hatte eine Rüge für ihre Fehler in der Doktorarbeit erhalten nach der ersten Prüfung. Aufgerollt wird das Verfahren, weil die Mängel für eine Rüge+weiter geht's zu gravierend waren (formaler Verstoß mit dieser Vorgehensweise). Ob jetzt konkrete Verlustgefahr besteht vermag ich nicht zu sagen, aber da muss schon einiges im Argen gelegen haben.
Dazu gab es afaik Kritik an der Besetzung des zuständigen Gremiums. Die waren alle irgendwie mit Giffeys Doktormutter verbandelt.

Im Gegensatz zu KTG seinerzeit und anderen Betroffenen mag ich Giffey ja eigentlich. Ich werde allerdings nie verstehen, warum es niemand von denen über sich bringt, einfach die Karten auf den Tisch zu legen und zu sagen: Ich war damals jung und verzweifelt und hab geschummelt, sorry! Ich bereue zutiefst usw., aber blabla.
Glaub nicht, dass das jemanden politisch ruinieren wurde und damit immunisiert man sich gegen alles, was kommen kann.
 
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Letztens habe ich folgendes irgendwo gelesen: Die EU kann ja auch über den Haushalt hinaus Dinge beschließen, z.B. das geplante Corona Hilfspaket. Wenn sich Ungarn und Polen weiter gegen den Haushalt sperren, könnten die restlichen Staaten wohl unter sich ein Corona Hilfspaket beschließen, von dem Ungarn und Polen dann ausgeschlossen wären. Wäre für die restlichen Staaten sicher attraktiv (2 Nettoempfänger fallen raus) und ein gutes Druckmittel auf Polen und Ungarn, die sich wohl Kohle aus dem Hilfspaket erhoffen dürften.
 
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Ich werde allerdings nie verstehen, warum es niemand von denen über sich bringt, einfach die Karten auf den Tisch zu legen und zu sagen: Ich war damals jung und verzweifelt und hab geschummelt, sorry! Ich bereue zutiefst usw., aber blabla.
Intuitiv würde ich das auch denken, andererseits sehe ich auch wie erfolgreich die Methode "Trump" letztenendes ist.
 
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Abgesehen davon bin zumindest ich nicht bereit, ein "ich war halt jung und dumm, sorry" bei Leuten zu akzeptieren, die a) ein Hochschulstudium erfolgreich beendet haben und b) nicht mehr 16 sind und hormonbedingt halt lieber Saufen und Vögeln im Kopf hatten, sondern Mitte/Ende 20 und in einer aktiven Bewusstseinsentscheidung ein jahrelanges Unterfangen zum Erreichen des höchsten akademischen Grades angetreten sind.
 
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Hab mir gerade mal auf Vroniplag die Plagiate angeguckt und auch wenn die meisten einfach nur Schluderei sind ist das für eine Doktorarbeit meineserachtens nicht würdig. Ich habs selber allerdings auch nur bis zum Master geschafft also was weiß ich. Ihr kreativer Move "ich nehm einfach die englische Quelle und übersetz sie und hau dann random Zitate rein" wär bei mir jedenfalls nicht durchgegangen. Aber mal sehen was die zweite Kommission sagt. Imo ist das aber auf keinen Fall vergleichbar mit dem Scheiss vom Guttenberg der in seiner gesamten Arbeit eine handvoll Seiten ohne Plagiate hatte und den Rest wirklich einfach nur straight kopiert hat. Lustig ist auch das die Giffey magna und der Theo summa cum laude für den Rotz gekriegt haben. Für zusätzliche Belustigung einfach mal die Kommentare im Guttenberg Wiki lesen. Was für Abfallmenschen :rofl2:
 
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Intuitiv würde ich das auch denken, andererseits sehe ich auch wie erfolgreich die Methode "Trump" letztenendes ist.
Ja, das muss man leider konstatieren. Blöd ist halt nur, wenn es dann nicht läuft - und das war bei den großen Fällen (Schavan, Guttenberg) bisher ja eigentlich immer der Fall.

Abgesehen davon bin zumindest ich nicht bereit, ein "ich war halt jung und dumm, sorry" bei Leuten zu akzeptieren, die a) ein Hochschulstudium erfolgreich beendet haben und b) nicht mehr 16 sind und hormonbedingt halt lieber Saufen und Vögeln im Kopf hatten, sondern Mitte/Ende 20 und in einer aktiven Bewusstseinsentscheidung ein jahrelanges Unterfangen zum Erreichen des höchsten akademischen Grades angetreten sind.
Weiß nicht. Man kann schon größere Skelette im Keller haben als ein bisschen Plagiieren in der Doktorarbeit. Wenn jemand da authentisch vertritt, dass er das bereut, dann finde ich, dass man sowas auch mal gehen lassen kann. Ich kenne auf jeden Fall Leute, die im Laufe ihres Studiums ordentlich geschummelt haben und Unmenschen sind das alles nicht. Klar wirkt es irgendwie nochmal ärmlicher, wenn man unbedingt seinen Doktor machen will und dabei dann auch noch meint bescheißen zu müssen - vor allem ja sich selbst. Das ist mir immer nicht klar. Bis auf sie krasse Fälle wie Guttenberg scheinen diese Leute ja grundsätzlich in der Lage gewesen zu sein die Arbeit zu machen. Warum sich dann selbst mit einem Plagiat belasten, nur um sich etwas Arbeit zu sparen? Raff ich nicht, aber gut, Menschen sind halt Menschen.
 

Gustavo

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Hab mir gerade mal auf Vroniplag die Plagiate angeguckt und auch wenn die meisten einfach nur Schluderei sind ist das für eine Doktorarbeit meineserachtens nicht würdig.


Platinraute. Wenn die Forschung ok ist wäre es mir ehrlich gesagt egal ob sie auf jeder zweiten Seite 17 Wörter am Stück von irgendeinem Dokument der Europäischen Kommission abgeschrieben hat oder nicht. Das Problem sind nicht die vergessenen Anführungszeichen, sondern dass man mit so einer Typ-B Arbeit überhaupt einen Doktortitel bekommen kann. Finde es allerdings auch albern, dass man wegen sowas Rücktritt fordert: Fand es bei Guttenberg albern und finde es hier auch albern. Als ob der Doktorgrad die Qualifikation für ein politisches Amt wäre. Wissenschaftsministerin muss sie jetzt nicht unbedingt werden, aber warum man damit nicht in der Bürgerschaft in Berlin sitzen kann entzieht sich mir.
 
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Finde es allerdings auch albern, dass man wegen sowas Rücktritt fordert: Fand es bei Guttenberg albern und finde es hier auch albern. Als ob der Doktorgrad die Qualifikation für ein politisches Amt wäre. Wissenschaftsministerin muss sie jetzt nicht unbedingt werden, aber warum man damit nicht in der Bürgerschaft in Berlin sitzen kann entzieht sich mir.

für diverse öffentliche ämter gibs halt ein paar no-goes, die einen disqualifizieren. wie sais sagt, ist jemand der sich mit mitte-ende zwanzig zum dicken betrug entscheidet, nicht für einen hohen politischen posten geeignet. wer in der jugend kifft, laternen austritt, oder komasäufer war - alles ok, ganz normale jugendsünden, und für die kariere schnurzpiep. aalglatte betrüger will man doch nicht als volksvertreter haben. das ist doch irre. unsere minister müssen keine lämmer sein, aber bitte keine überführten betrüger.
und das vorherige gremium soll bitte auch mal kritischer hinterfragt werden. wie bitte kommt man auf die idee, das instrument der rüge zu erfinden. vorherige überlegungen einer wohlmöglichen ungleichbehandlung der ministerin sind damit offensichtlich obsolet. wie dum kann man sein??? really happy, dass das so nicht durchkommt.
 

Gustavo

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für diverse öffentliche ämter gibs halt ein paar no-goes, die einen disqualifizieren. wie sais sagt, ist jemand der sich mit mitte-ende zwanzig zum dicken betrug entscheidet, nicht für einen hohen politischen posten geeignet. wer in der jugend kifft, laternen austritt, oder komasäufer war - alles ok, ganz normale jugendsünden, und für die kariere schnurzpiep. aalglatte betrüger will man doch nicht als volksvertreter haben. das ist doch irre. unsere minister müssen keine lämmer sein, aber bitte keine überführten betrüger.


Wie gesagt: "Betrug" hängt die Sache in meinen Augen ein bisschen arg hoch. Betrug ist, wenn ich die Daten fälsche, auf denen meine vorzeigbaren Ergebnisse beruhen. Betrug ist imho nicht, wenn ich Quellenangaben vergesse oder weglasse, außer die Promotion wäre mit ihnen als eigenständige wissenschaftliche Arbeit nicht angenommen worden. Da würde ich dir aber Brief und Siege (auch aus eigener Erfahrung mit dem Fachbereich) drauf geben, dass das nicht passiert wäre. Giffey hat die typische Typ-B Arbeit abgegeben, die nie im Leben als Promotion durchgehen sollte, aber immerhin hat sie eigenständige Erkenntnisse gesammelt und zusammengetragen. Damit ist sie Guttenberg immerhin noch voraus, der mehr oder weniger eine 500 Seiten lange Hausarbeit abgegeben hat. Beide hatten keinen Doktortitel verdient, aber beide müsste man deshalb auch nicht aus der Politik werfen.
 
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1. Eidesstattliche versicherung = betrug
2. Hab in nem artikel von bewusster täuschungsabsicht gelesen.
 

parats'

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Es ist halt immer so eine Abwägung. Es gibt viele die Frau Lagarde für den Posten als EZB-Chef für ungeeignet haben, da sie im Rahmen eines Strafprozesses schuldig gesprochen wurde.
 
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Weiß nicht. Man kann schon größere Skelette im Keller haben als ein bisschen Plagiieren in der Doktorarbeit. Wenn jemand da authentisch vertritt, dass er das bereut, dann finde ich, dass man sowas auch mal gehen lassen kann. Ich kenne auf jeden Fall Leute, die im Laufe ihres Studiums ordentlich geschummelt haben und Unmenschen sind das alles nicht. Klar wirkt es irgendwie nochmal ärmlicher, wenn man unbedingt seinen Doktor machen will und dabei dann auch noch meint bescheißen zu müssen - vor allem ja sich selbst. Das ist mir immer nicht klar.

Unmenschen natürlich nicht, aber es zeugt doch irgendwo von fehlender Weitsicht und/oder geistiger Reife. In einer Klausur oder Hausarbeit ein bisschen schummeln: okay, hat so gut wie gar keine Tragweite. Aber bei einer Doktorarbeit, die (mehr oder weniger) gewissenhaft geprüft und veröffentlicht wird, die von jedem der Bock hat, hinterfragt und geprüft werden kann, sollte man evtl. nicht ganz so naiv rangehen


Finde es allerdings auch albern, dass man wegen sowas Rücktritt fordert: Fand es bei Guttenberg albern und finde es hier auch albern. Als ob der Doktorgrad die Qualifikation für ein politisches Amt wäre. Wissenschaftsministerin muss sie jetzt nicht unbedingt werden, aber warum man damit nicht in der Bürgerschaft in Berlin sitzen kann entzieht sich mir.

Glaube es geht eher um die beschädigte Integrität. Dass die erlernten Berufe in keinerlei Zusammenhang zum politischen Amt stehen, ist ja leider sehr oft der Fall, von daher würde ich mal davon ausgehen, dass sie ihren Posten auch ohne Doktortitel bekommen hätte. Es geht bei dem ganzen ja um das Bild der Person, das man abgibt, "irgendwo" haben Politiker ja auch noch eine Vorbildfunktion...während ich das schreibe, merke ich, dass der Zug eigentlich schon lange abgefahren ist :ugly: Aber so würde ich es mir zumindest erklären
 
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Es ist halt immer so eine Abwägung. Es gibt viele die Frau Lagarde für den Posten als EZB-Chef für ungeeignet haben, da sie im Rahmen eines Strafprozesses schuldig gesprochen wurde.

sie ist schuldig gesprochen worden aber unbestraft geblieben, oder? was war nochmal der grund
 
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1. Eidesstattliche versicherung = betrug
2. Hab in nem artikel von bewusster täuschungsabsicht gelesen.

Hiermit versichere ich,

der Giffeynator geb. wayne etc

an Eides statt, dass die vorliegende Arbeit von mir selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe Dritter verfasst wurde und ich keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet sowie wörtliche und sinngemäße Zitate als solche kenntlich gemacht habe.
Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegen und wurde bisher nicht veröffentlicht.


Das ist der offizielle Vordruck der FU Berlin. Ich hab mir ehrlich gesagt nicht alle Stellen bei Vroniplag angeguckt sondern nur Einzelne aber ich stell mir den strafrechtlichen Nachweis der bewussten Täuschung bei dieser Arbeit ziemlich schwierig vor. Das wurde ja nicht mal bei Guttenberg erwogen und der hatte wirklich einfach nur stumpf kopiert. Der hat nichtmal seine Einleitung komplett selber geschrieben sondern eine andere paraphrasiert.
 

parats'

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sie ist schuldig gesprochen worden aber unbestraft geblieben, oder? was war nochmal der grund

Ja, soweit ich weiß schon. Ich will da auch gar nicht auf die näheren Umstände eingehen, sondern nur ein Beispiel liefern, wo es eben Ansichtssache ist.
Lagarde wäre schon beim IWF unhaltbar gewesen. Sie dann aber noch zum EZB Chef zu ernennen dürfte politischer Selbstmord sein, insofern wurde vieles wohl nur halb so heiß gegessen wie gekocht und sowas schaukelt sich halt gerne hoch.
Giffeys Problem ist eher, dass mit KTzG ein ähnlicher Fall einen Rücktritt auslöste.
 
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den strafrechtlichen Nachweis der bewussten Täuschung bei dieser Arbeit ziemlich schwierig vor.

ich eigentlich nicht. wie kann man denn bei 20+ nicht gekennzeichneten zitaten (darum gehts es doch konkret?) von keiner täuschungsabsicht ausgehen?
 
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@xfreeder
Die Rechtsprechung ist in diesem Punkt afaik recht eindeutig: Sobald in erheblichem Umfang Passagen ohne Kennzeichnung wörtlich übernommen wurden, darf man regelmäßig eine Täuschungsabsicht unterstellen.
Das war bei Guttenberg zweifellos der Fall. Es konnte bei ihm afair nur schon deshalb keine rechtlichen Konsequenzen haben, weil er keine eidesstattliche Versicherung hatte abgeben müssen. Dazu stellt sich juristisch natürlich die Frage der Verjährung.


@Nocturn
Ich halte das Maß an krimineller Energie, das man benötigt, um bei der Doktorarbeit zu betrügen, für nicht so groß, dass ich daraus direkt fehlende charakterliche Eignung zum Politiker ableiten würde.
Erwarten würde ich allerdings einen wahrhaftigen Umgang damit, der hier imo leider einmal mehr fehlt.


@Gustavo
Mir geht es bei diesen Fällen gar nicht darum, ob jemand in seiner Doktorarbeit geschummelt, getäuscht oder betrogen hat.
Aber ein offen Trumpesker Umgang mit der Wahrheit von einem Politiker in Verantwortung sollte imo nicht ohne Folgen bleiben.
Inwiefern man das bei Giffey unterstellen kann, weiß ich nicht, weil ich mir da kein eigenes Bild gemacht hab.
Bei KTG war das aber unleugbar der Fall. Der hat sich politisch halt selbst beerdigt ("nach bestem Wissen und Gewissen", lol) und das imo zurecht.

Ich bin sehr für eine offenere Fehlerkultur und weiß, dass die allgemeine Scheinheiligkeit es einem oft unnötig schwer macht, weil man dann erstmal als der einzige Dumme dasteht, der sich hat erwischen lassen und nun zu Kreuze kriechen muss.
Aber das ist nun mal die gerechte Mindeststrafe und nicht mal die akzeptieren zu wollen zeugt für mich dann schon von Charakterschwäche.
 
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die deutsche fehlerkultur ist sehr progressiv. es gibt pannen, fehler, schlamperei aber ein vdL handy oder nsu akten werden doch nicht absichtlich vernichtet!1
 
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Also ich bin erstaunt, wie viele hier den bewussten Betrug zur Erlangung eines Titels im erwachsenen Alter hier für eine Kleinigkeit halten. Natürlich ist der Schaden dadurch extrem gering, aber die Motivation stellt die Integrität der Person doch komplett in Frage. Ein Mensch, der frei von Not so einen Betrug über Jahre hinweg begeht, nur um sein Ansehen/Karriere zu fördern, ist für mich klar disqualifiziert für einen Dienst im Auftrag eines Landes. Er zeigt damit, dass er jederzeit sein Ego über das Wohl/Fairness der Bevölkerung stellt und auch jede Abkürzung nutzt, statt selbst für einen Fortschritt zu sorgen.

Sobald man bewusst über längere Zeiträume im Erwachsenenalter betrügt ist man für mich für jedes öffentliche Amt, das vom Steuerzahler finanziert wird, gestorben!
 
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Ich finde diese Haltung bedenklich.
Erstmal ist je nach Fall überhaupt nicht gesagt, dass jemand jahrelang betrogen hat. Es reichen ja schon ein paar Tage oder Wochen, wo man aus Verzweiflung, Überforderung oder warum auch immer mal Fünfe gerade sein ließ.
Davon abgesehen, möchte ich nicht in einer Gesellschaft leben, wo man Menschen für derart situative Allerweltsvergehen direkt die Integrität abspricht. Das basiert auf einer Fiktion davon, wie Menschen funktionieren und führt einerseits zu einer künstlichen Knappheit geeigneter Personen, andererseits begünstigt es Wahrheitskriege, wo um die Auslegung kleinster Fehler gerungen wird, weil direkt Karrieren davon abhängen.
Das ist imo in keiner Hinsicht wünschenswert.


Btw, aus dem Tagesschau-Corona-Liveblog:
Bei der "Querdenken"-Demonstation gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Hannover hat eine Rednerin mit einem Auftritt als selbst ernannte "Sophie Scholl" heftige Reaktionen im Netz ausgelöst. Auf einem Video, das bei Twitter bis zum Sonntagmorgen über eine Million Mal angeklickt und mehrere Tausend Male kommentiert wurde, ist eine junge Frau zu sehen, die auf einer kleinen Bühne in der Nähe der Oper zum Publikum spricht. "Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile", sagt sie - und vergleicht sich dabei mit der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin.

Nach wenigen Sätzen taucht ein junger Mann vor der Bühne auf. "Für so einen Schwachsinn mache ich doch keinen Ordner mehr", protestiert er und reicht der Frau sein orangefarbenes Leibchen. Es handele sich um eine "Verharmlosung vom Holocaust", die "mehr als peinlich" sei.
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-sonntag-185.html#WHO-Experte-warnt-Europa-vor-dritter-Welle

Guter Mann. :)
 
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MUC
Glaube er will darauf hinaus, dass wenn man die höchsten akademischen Würden erreichen will entweder nicht zu überfordert sein hat oder dann halt letztlich akzeptieren muss, dass man nicht dazu fähig ist.

(Vermutung)
 
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Wie habe ich mir das vorzustellen? Ich muss gestehen selbst nicht promoviert zu haben, aber bei allen anderen Abschlussarbeiten, die ich so kennen gelernt habe, wurde man durch das Studium davor dazu befähigt diese zu schreiben und … hat das dann getan, weil man's eben konnte.
Grade die Promotion ist doch das Ding, wo du selbst den meisten Gestaltungsspielraum hast, du praktisch keine Fristen hast und wo eigentlich die ganze Arbeit völlig optional ist.

Edit: Genau das, @Ph!L
 
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