Der Text von River-Sea gibt gar nichts böses her
Dass eine reine semantische Textanalyse hier nicht hinreichend ist, zeigt doch das Beispiel "White lives matter" - was ja streng genommen auch nicht falsch ist, aber eben im Kontext von BLM aufgeladen ist.
Du magst den Grund dafür künstlich finden, aber kannst doch gleichzeitig anerkennen, dass man das auch anders sehen kann anstatt immer wieder das reine "der Text gibt es nicht her"-Argument zu bringen.
Umgekehrt stehe ich dir auch dann mal das hier zu:
Das wurde im Ukraine-Konflikt auch versucht, a la "ich würde die Ukraine ja gern unterstützen, aber die Azov-Brigade"
Ich gebe dir das Argument, dass ein negativ aufgeladener Slogan (oder hier eine Gruppe wie azov)
1. Im gesamten Bild irrelevant sein kann
2. Künstlich sein kann
Mein Argument wäre jetzt hier:
Azov ist objektiv irrelevant, weil außerhalb der russischen Propaganda Konsens ist, dass Azov nicht nur in der Ukraine ziemlich irrelevant war, aber insbesondere exakt Null Gefahr für Russland.
Hingegen ist die Hamas hoch relevant. Nazis in der Ukraine hatten <5% Unterstützung, Hamas im Laufe der Zeit 20-70%. Die Bedrohung für Russland durch Azov war gleich null, die Gefahr für Israel durch Hamas real. Azov hat Null Russen ermordet, die Hamas über 1,000 Israelis vor nicht einmal drei Jahren.
Ich finde da gibt es also schon einen objektiven quantitativen Unterschied.
Ich finde es auch OK, wenn du persönlich den Slogan trotzdem unproblematisch findest. Aber du könntest anerkennen, dass das nicht nur viele anders sehen, sondern dass man dafür auch nicht böse sein muss oder einen krass pro-israelischen Bias braucht.
Was mich dann wieder dazu bringt: Selbst wenn es jemandem nur darum geht, den Zweck der deutschen pro-Palastina-Demos zu maximieren (und ich würde diesen als Beeinflussung deutscher Medien, Gesellschaft und Politik postulieren), dann müsste er allein aus taktischen Gründen den Slogan nicht verwenden wollen.